Deutschland und Indien vertiefen Kooperation im Umwelt- und Klimaschutz für mehr Resilienz

02.09.2026
Gruppenfoto mit Bundesumweltminister Carsten Schneider
Deutschland und Indien wollen eine klimaresistentere und nachhaltigere Entwicklung im Feuchtgebietsschutz fördern. Die beiden Länder haben zudem vereinbart, sich hinsichtlich der Klimaanpassung enger fachlich auszutauschen.

Vereinbarungen zur stärkeren Zusammenarbeit für den Schutz von Feuchtgebieten und zur Klimaanpassung unterzeichnet

Bundesumweltminister Carsten Schneider und sein indischer Amtskollege Bhupender Yadav haben gestern gemeinsam das 4. deutsch-indische Umweltforum in Neu-Delhi eröffnet und eine Absichtserklärung zur stärkeren Zusammenarbeit für den Schutz von Feuchtgebieten unterzeichnet. Deutschland und Indien wollen eine klimaresistentere und nachhaltigere Entwicklung im Feuchtgebietsschutz fördern. Die beiden Minister haben zudem vereinbart, sich hinsichtlich der Anpassung an den Klimawandel enger fachlich auszutauschen. Ziel ist es, erfolgreiche Ansätze zu teilen und von den Erfahrungen des jeweils anderen zu lernen. Im Mittelpunkt des gemeinsam mit Wirtschaftsverbänden beider Länder ausgerichteten Umweltforums standen das enorme Potenzial von Umwelttechnologien und Kreislaufwirtschaft und die Frage, wie Deutschland und Indien gemeinsam Märkte erschließen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz beider Volkswirtschaften stärken können.

Bundesumweltminister Carsten Schneider: "Angesichts der schwierigen Weltlage brauchen wir verlässliche und starke Partner wie Indien. Uns verbindet seit Langem das Bekenntnis zum Multilateralismus, ohne den es keinen erfolgreichen globalen Umwelt- und Klimaschutz gibt. Das diesjährige Umweltforum haben wir unter das Motto "Zusammen für mehr Resilienz" gestellt, denn uns verbindet das gemeinsame Ziel, unsere Länder resilienter zu machen – insbesondere gegen die Folgen des Klimawandels. Diese gefährden das Wirtschaftswachstum und bedrohen ganze Industrien. Diese Zusammenarbeit wollen wir künftig vertiefen. Denn wir müssen beides tun: unsere Lebensgrundlagen schützen und unsere jeweilige Wirtschaft fördern. Deutsche Unternehmen sind führend im CleanTech-Bereich, der in Indien einen Boom erlebt und dort etwa für günstigen Strom oder sauberes Wasser sorgt."

Carsten Schneider und sein indischer Amtskollege Bhupender Yadav

Die gemeinsame Absichtserklärung unterstreicht das Bekenntnis zu den internationalen Konventionen zur Biodiversität sowie zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung von Feuchtgebieten (CBD- und Ramsar-Konventionen). Indien und Deutschland wollen Partnerschaftsmodelle unter Beteiligung der Bevölkerung und des Privatsektors entwickeln, um Feuchtgebiete zu schützen und auf ihnen basierende Lebensgrundlagen sowie den Ökotourismus zu fördern. Gemeinsame Forschungsinitiativen, wissenschaftliche Zusammenarbeit sowie digitale Technologien für die Überwachung und Bewirtschaftung von Feuchtgebieten sind weitere Ziele.

Die vertiefte fachliche Zusammenarbeit bei der Klimaanpassung erfolgt auch vor dem Hintergrund der jüngsten Hitzesommer in Europa und deren Auswirkungen in Deutschland. In Indien ist Klimaresilienz schon länger ein zentrales Thema.

Bundesumweltminister Carsten Schneider nahm mit der Reise auch seinen Antrittsbesuch in Indien wahr. Neben den Gesprächen mit seinem indischen Amtskollegen Bhupender Yadav traf er den Minister für Handel und Industrie Piyush Goyal und Energieminister Manohar Lal. In Alwar (Bundesstaat Rajasthan) besuchte er ein Projekt, das Wälder und Baumbestände wiederherstellt und erhält, und tauschte sich mit den Menschen vor Ort aus. Zum Programm zählte auch der Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Verbänden, Institutionen und Wirtschaft, die in Indien aktiv sind. Der Minister wurde von einer Wirtschaftsdelegation begleitet.

Im Fokus des diesjährigen deutsch-indischen Umweltforums "Together For More Resilience" standen die Themen Kreislaufwirtschaft, Biodiversität, Klimaschutz und -anpassung, CleanTech sowie nachhaltige Finanzierung. Dabei wurde deutlich, wie stark ökologische Nachhaltigkeit und langfristiger wirtschaftlicher Wohlstand und Energiesicherheit zusammenhängen. Das deutsch-indische Umweltforum ist das höchstrangige bilaterale Format beider Staaten in der Umweltpolitik und findet seit 2008 regelmäßig statt. Es wird gemeinsam von den beiden Umweltministerien (Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, BMUKN, und Ministerium für Umwelt, Wald und Klimawandel, MoEFCC) zusammen mit dem Asien Pazifik Ausschuss der deutschen Wirtschaft (APA) und indischen Industrieverbänden organisiert. Indien ist der weltweit größte Standort der Außenhandelskammer AHK und verzeichnet rund 2.000 deutsche Unternehmen mit eigenen Niederlassungen in Indien, davon produzieren etwa 700 Firmen vor Ort.

02.09.2026 | Pressemitteilung Nr. 105/26 | Internationales
https://www.bundesumweltministerium.de/PM11890
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